Sommer im Maltatal

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Das Ziel des diesjährigen Sommerurlaubes: Ein mit Wasserfällen gesähtes Tal in Kärnten – das Maltatal!
Wandern am kölnbreinspeicher
Wandern am kölnbreinspeicher
Die ersten Tage verbrachten wir mit einer Wanderung im Gössbachtal, Slacken und Klettern. Die Crashpads zum Bouldern hatten wir eigentlich nur zur Kinderbespaßung dabei. Zum Bouldern bietet das Tal nur wenig Potenzial, zumindest wenn man mit Kindern unterwegs ist – viele der Blöcke liegen im unwegsamen, steilen Gelände und sind daher ungeeignet. Wer trotzdem Fels anfassen möchte sollte das Seil einpacken, denn zum Klettern gibt es viele schöne Sektoren und Klettersteige. Den sehr anspruchsvollen Klettersteig am imposanten Fallbach-Wasserfall haben die Mädels gemeistert ;). Nach übergabe der Kinder waren wir Männer im Anschluss an der Kreuzwand, die wohl größte Wand zum Sportklettern im Maltatal. Hier haben wir einige Nachmittage verbracht – der Sektor bietet zahlreiche Routen, vor allem im 7er und 8er- Bereich mit bis zu 3 Seillängen. Landschaftlich schöner, und etwas höher im Tal gelegen gibt es noch weitere Sektoren – so z.B. die Lackenkopfwand mit Bademöglichkeit am Blauen Tumpf – auch sehr zu empfehlen. Allerdings muss man dafür die Mautstraße Richtung Kölnbreinspeicher passieren, deren Preis mit 25€ für 3 Wochen zu Buche schlägt. Wir haben die Straße auch mehrfach genutzt. Zum einen für eine Wanderung am Kölnbreinspeicher und auch für weitere Kletteraktivitäten am Londronblock im oberen Maltatal. Außerdem sollte man unbedingt mal in der Gmnünder Hütte einkehren 😉
Baden und Kletten am blauen Tumpf
Baden und Kletten am blauen Tumpf
Da Petrus am Nachmittag häufig ein paar Tropfen nach unten schickte, waren für die geplanten “Männertouren” zum Hochkönig und Hochalmspitze nur wenige günstige Tage vorrätig. Zu Beginn des Urlaubes waren Alex und Franzi noch bei uns, die auf dem Rückweg von Korsika einen zwischenstopp im Maltatal machten. Somit konnten wir Alex noch für unsere Tour am Hochkönig begeistern und starteten gleich am 2. Urlaubstag um 4Uhr Richtung Hochkönig. Nach 1 Stunde fahrt und einem ziemlich langen und ausgesetzen Zustieg waren wir ggn. 09:00 am Einstieg der ca. 600m Hohen Gloria Patri: 17 Seillängen in feinestem Kalk, UIAA 6+ . Bekannt war uns laut Kletterführer, dass die ersten Seillängen wohl etwas feucht sein könnten. Doch das war völlig untertrieben, die ersten 3 Seillängen in und neben der Einstiegsverschneidung waren quasi ein Wasserfall.
Die Einstiegsverschneidung der Gloria Patri - ganz oben der Quergang durch die Wand
Die Einstiegsverschneidung der Gloria Patri – ganz oben der Quergang durch die Wand
Doch die Kletterschuhe standen erstaunlich gut und die ersten Meter gingen dann doch. Die geplanten 5 Stunden bis zum Gipfel liefen uns jedoch davon. Als 3er-Seilschaft hatten Hermann, Alex und ich etwas länger zu hantieren – und als ich dann in dem 30m – Quergang ein Pendel ins Nirgendwo schoss war es kurz etwas mulmig  😉 Nach dem Quergang (4. Seillänge) merkten wir schon, dass die andauernde Nässe und das ständige Seilwickeln uns viel Zeit kostete. Angesichts der Gewitterprognose am Nachmittag entschieden wir uns schlauerweise nach dem Quergang für einen Rückzug aus der Wand, was angesichts der spärlichen Absicherung an alten Normalhaken und einem 30m- Quergang ziemlich aufwändig war. Alex kletterte den Quergang zurück und seilte am letzten Sicherungspunkt zum vorherigen Stand – so taten wir es auch – wobei jeder einen Sicherungspunkt im Quergang entfernte und Schnubbi als letzter dann nur noch an den 2 alten rostigen normalhaken hing…nunja alles ging gut. Nach dem Abstieg zurück ins Tal und einem wehmütigen Blick zurück entdeckten wir auch die Ursache für die andauernde Nässe: Ein schneefeld ganz Oben auf dem Band, welches sein Schmelzwasser genau über die Wand ergoss =( Am späten Nachmittag zog das Gewitter auch auf, vielleicht hätten wir es auch bis zum Gipfel geschafft…
Zum Glück gab es ja noch mehr Berge in der Gegend. Am vorletzten Urlaubstag ging es nochmal ganz ganz zeitig los zur Hochalmpitze (3.360m). Wieder war es ein sehr langer Zustieg – fast 1400 Hm , mit Kaffeepause an der Gießener Hütte. Dann kurze Gletschertour zum Einstieg an den Südpfeiler, welcher mit 250 Hm nochmal zu beklettern ist. Trotz der vermeindlich leichten 5er Kletterei war es aufgrund der winterlichen Bedingungen da oben und schweren Gepäck im Rucksack kein Zuckerschlecken. Zudem war die Tour bis auf wenige Ausnahmen selbst abzusichern. Bei Sonne und schneefreiem Fels ist das sicher eine Genusstour, doch die widrigen Bedingungen hatten hier auch Ihren Reiz;) Nach 4,5h Klettern und 1700 Hm in den Beinen erreichten wir bei Wolken und Schneefall gegen 14:30 den Gipfel. Also flott wieder runter und zum Abendbrot wieder am Zeltplatz gewesen, was für ein Timing 😉
Richi am Südpfeiler der Hochalmspitze
Richi am Südpfeiler der Hochalmspitze
Alle Bilder dazu gibt es hier:
BILDER
Vom Alex gibt es auch einige Bilder dazu :
Alex´ Bilder

 

Elternzeit auf Korsika

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Elternzeit Teil 1:Korsika

FOTOS

Nach unserem Familienzuwachs im lezten Jahr gab es viele Ideen und Wünsche, wie wir unsere Elternzeit gestalten könnten. Der Wunsch nach einem möglichst weit entfernten Ziel war groß – verlangte allerdings zwecks Flugbuchung und Vorbereitungen viel Zeit im Vorfeld. Da sich eine solchen Reise aufgrund meiner bis dato befristeten Arbeitssituation nicht wirklich planen ließ, entschieden wir uns kurzfristig  im Oktober einen Monat in Europa die Elternzeit zu  verbringen. Den zweiten Monat würden wir dann – sofern es ein möglicher neue Arbeitgeber zulässt – bis spätenstens Juli 2017 nehmen. Und der Plan ging auf: den 1. Teil der Elternzeit verbrachten wir auf Korsika – und mit viel Glück reißten wir nach meinem Jobwechsel 2017 einen ganzen Monat ins ferne Südafrika. Dazu aber demnächst mehr.
In der Bavella
In der Bavella
Wir hatten knapp  4  Wochen Zeit, um die gesamt Insel zu erkunden. Wandern, Boulder, Klettern, Baden und Zelten standen auf dem Programm.
Woche 1:
Nach der Anfahrt mit Übernachtung am Gardasee und der Fähre von Livorno nach Bastia (von Genua fährt im Oktober gar kein Schiff mehr) trafen wir uns anfang Oktober mit Familie Wagner und Tümmler  in Solenzara im Südwesten der Insel. Es war noch sommerlich war – begrüßt wurden wir jedoch erst mal im strömenden Regen, was die Suche nach der abgelegenen Ferienwohnung erschwerte – erst unter Zuhilfenahme der örtlichen Dorfpolizei fanden wir dann den richtigen Abzweig =)
Bouldern bei capineru
Bouldern bei capineru
 Die anderen beiden Familien waren schon eine Woche auf Korsika und so teilten wir uns die nächsten 7 Tage eine große Ferienwohnung. Bei meist sonnigem Wetter wurde geklettert und gebouldert und nachmittags am Strand abgehangen. Ein Kletter-muss für Korsika ist natürlich die Bavella, ca. 1h schlängelten wir uns die Passstraße nach oben um dann bei doch recht herbstlichen Temperaturen den scharfen Granit im oberen Teil des Gebietes auszutesten. Doch das Panorama und super kletterei entlohnten jede Mühe.  Die Boulderblöcke von Capineru östlich von Bonifatio sind wohl das lohnendste Bouldergebiet auf Korsika – direkt am Meer gelegen und wirklich sehr Kinderfreundlich reihen sich große und kleine Granitblöcke, die schon nach kurzer Zeit Wunde Fingerkuppen schaffen =) Am letzten gemeinsamen Tag machten wir noch ein Sportklettersektor unsicher, wo sogar die Kinder klettern konnten und es dank Stephan Graba eine riesen Portion Eis am Einstieg gab =)
  Woche 2
Da sich unsere Elternzeit nur 1 Wochen mit den Anderen überschnitt, verabschiedeten sich die beiden Familien nun richtung Deutschland. Der Luxus einer Ferienwohnung war nun auch vorbei und wir waren gespannt, wie der weitere Urlaub im Zelt so verlaufen würde – denn die Temperaturen an der Ostküsten waren merklich kühler. Vor allem am Nachmittag zog kühler Wind auf. Da zu dieser Zeit auch nicht mehr alle Zeltplätze geöffnet waren, mussten wir das nehmen was es gab. Doch schon der erste Platz bei Propriano im Osten der Insel war der Hammer. Jeden Morgen um kurz nach 8 drehte das Bäckerauto seine Runde um den Platz, sein morgentliches Hupen war unser Wecker. Bei Chez Antoin hatten wir wirklich eine schöne Zeit – das Zelt direkt hinter den Dünen, und jeden Abend einen herrlichen Sonnenuntergang am Strand. 
Es wurde gebadet und eine Wanderung zum Genuesenturm (Torra di Campomoro) unternommen – die kraxelei war ein echtes Abenteuer für Moritz =)
Wanderung zum Capu Rossu
Wanderung zum Capu Rossu
Dann ging es weiter nach Porto, welches nahe der bizarren Felsenlanschaft Calanche einen super Ausgangspunkt für Wanderungen bietet. Zwei Tage waren wir hier wandern und mussten – nachdem ich unser Zelt bei Sturm und Gewitter mit einem Graben schützen musste – in eine der chicen Holzhütten umziehen. Grund war ein Tornado, welcher im nahen Ajaccio tobte und die örtliche Polizeit uns Anweisung gab, nicht mehr im Zelt zu übernachten.
Der Moment war schon sehr witzig, denn nachdem ich mich vom “Schlammbaden” kurz duschen war und das Wetter leicht besser wurde, kam ein netter Herr vom Zeltplatz zu unserem Zelt und wedelte mit einem Schlüssel in der Hand – die 1. Nacht in der Hütte war zudem noch zum Zeltpreis =) Doch das Wetter war am nächsten Tag wieder schön und wir machten uns auf zum Capu Rossu, was mit knapp 3h Wanderzeit bei ziemlicher hitze schon fast zu viel für die Kinder war…doch der Ausblick vom Genuesenturm war genial. Auch Moritz war aus seinem Mittagsschlaf erwacht und freute sich die „Burg“ erklommen zu haben.

 

 

Woche 3+4
Vorletzte Station der Reise war Algajola, was mir noch aus Kindertagen bekannt war. Ein Zeltplatz direkt am Strand, hinter einem Schienendamm gelegen. Außer ein paar Pärchen im Campingbus waren wir hier die einzigen mit Zelt. Mit kleinen Wanderungen am Fernwanderweg des GR20 vergingen die letzten Tage. Wir schafften es sogar mal „ganz“ früh mit der am Zeltplatz fahrenden Eisenbahn nach Calvi zu fahren um uns die Stadt anzuschauen – eine Zugfahrt von L’Île-Rousse nach Calvi ist wirklich sehr zu empfehlen. Da diese Eisenbahn direkt am Strand langfährt, entdeckt man noch den Ein oder Anderen ruhigen Badestrand. Zum baden war es jedoch nun schon fast zu kalt. Auch die Nächte wurden wirklich frisch, also organisierten wir von da aus noch eine hübsche Ferienwohnung in der Nähe von Algajola und schliefen die letzten Nächte im warmen =) Ein Auflug ins Landesinnere nach Corte stand auch noch auf dem Programm, leider war es etwas regnerisch und als uns eine aufgebrachte Kuh beim Wandern fast den Hang hinuntergestoßen hätte war es dann genug mit dem Wandern 😉
Calvi
Calvi
 Nun waren 3 Wochen schon vorbei und wir nahmen uns noch etwas Zeit, um auf dem Rückweg in Arco am Gardasee Halt zu machen. Die letzten Tage dort waren wirklich schön und wir möchten gern wieder kommen. Alles in Allem bietet Korsika gerade für Familien ein sehr viel, vom Baden, klettern und Bouldern bis hin zu romantischen Dörfern und Gassen ( wo leider im Oktober schon alle Bordsteine hochgeklappt sind).  Die Strände der Westküste sind etwas flacher und weniger vom Wind belagert, im Osten der Insel lässt es sich jedoch besser wandern, besonders in der Calanche kann man einige Tage verbringen. Wir kommen sicher noch mal wieder, besonders wenn die Kinder größer sind gibt es noch viel mehr zu erleben…
Alle Bilder dazu gibt es hier:  FOTOS
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